Deutsche Jugendmeisterschaften Leichtathletik am 01.08/02.08.2015

Jena (ebk) Sehr erfolgreich präsentierte sich der Ingolstädter Leichtathletiknachwuchs an allen drei Tagen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften U20 und U18 im Ernst-Abbe-Stadion in Jena. Zur Silbermedaille von Stefanie Aeschlimann (MTV Ingolstadt) im Dreisprung und Bronze von Michael Adolf (DJK Ingolstadt) über 400 m Hürden holten die MTV-Talente noch drei Finalplatzierungen, wobei Alica Schmidt und Dimitri Antonov als Vierte die Medaillenränge nur um einen Hauch verfehlten.

Für Dreispringerin Stefanie Aeschlimann, die noch dem jüngeren U20-Jahrgang angehört, bedeutete die Silbermedaille den Abschluss eines Jahres mit Höhen und Tiefen. Nach ihrem Titelgewinn in der Halle mit 12,93 m zog sich die Reuchlin-Schülerin im Ostertrainingslager eine hartnäckige Rückenverletzung zu, die ein gezieltes Training zum Teil unmöglich machte. In einem dramatischen Wettkampf in Jena rangierte sie nach dem vierten Durchgang so mit 12,14 m nur auf dem vierten Platz, ehe sie sich in Durchgang fünf mit 12,28 m auf den Bronzerang vorschob. In ihrem letzten Versuch steigerte sich die MTV-Athletin noch auf 12,52 m, was ihr nicht nur eine neue Freiluftbestleistung sondern auch die Silbermedaille brachte. Ihr Disziplin- und Vereinskollege Dimitri Antonov, im Winter nach einem unverschuldeten Autounfall noch völlig außer Gefecht, hatte auch im letzten Durchgang des U20-Bewerbs seinen weitesten Versuch. Mit 15,04 m fehlten ihm am Ende nur 14 cm zur Bronzemedaille und er musste sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

Einen deutlich zufriedeneren Eindruck machte Michael Adolf nach seinem 400 m Hürden-Rennen. Den Frust über seinen Sturz im Halbfinale der U20-EM hatte er sich in Jena bereits als sicherer Vorlaufsieger in 53,73 Sekunden von der Seele gelaufen. Mit einer Steigerung auf 52,52 Sekunden, nur eine gute halbe Sekunde über seiner persönlichen Bestzeit, belegte der DJK-Athlet im Finale einen ungefährdeten dritten Platz, ein verdienter Lohn für die harte Trainingsarbeit nach einer von Verletzungen geprägte Hallensaison.

Selten hat man in Jena eine so gut gelaunte Viertplatzierte gesehen wie U18-Athletin Alica Schmidt vom MTV Ingolstadt. Über 400 m hatte sie zwar insgeheim mit einer Qualifikation für das Finale der besten acht Starterinnen gerechnet, dass sie aber als Zweite ihres Vorlaufes ihre Bestzeit gleich um eine Sekunden auf 56,64 Sekunden schrauben würde, war beinahe sensationell. Im Finale zeigte sie wie im Vorlauf eine bärenstarke Zielgerade, nach einer nochmaligen Steigerung auf 56,46 Sekunden fehlte ihr ein Wimpernschlag von 0,12 Sekunden zum Sprung aufs Treppchen.

Wie eng Freude und Leid beisammen liegen, bekam die U20-Staffel des MTV Ingolstadt über 4x100 m zu spüren. Mit der erst fünfzehn Jahre alten Helen Linke als Startläuferin sowie Sophia Eberle, Theresa Köchl und Alica Schmidt auf den Positionen zwei bis vier gewannen die MTV-Mädchen völlig überraschend ihren Vorlauf und kickten so etablierte Staffeln wie Bayer Leverkusen aus dem A-Finale. Die 48,20 Sekunden bedeuteten nicht nur klare Saisonbestzeit, sondern den klaren ersten Rang in der bayerischen Nachwuchsrangliste. Im Endlauf am letzten Tag der Meisterschaft überliefen dann Linke und Eberle gleich die erste Wechselmarke, so dass am Ende statt Platz sieben nur die Disqualifikation blieb. In den Einzelrennen zuvor hatte Sophia Eberle ihre Entwicklung zu einer Spitzensprinterin bestätigt. Über 100 m als Dritte ihres Vorlaufes qualifizierte sie sich in 12,29 Sekunden als einzige bayerische Sprinterin fürs Halbfinale. In 12,22 Sekunden stellte sie hier trotz eines schlechten Starts ihre Bestzeit ein, schaffte aber nicht den Sprung in den Endlauf. Über 200 m belegte die MTV-Sprinterin in 25,37 Sekunden mit der zweitbesten Zeit ihrer Karriere einen guten dreizehnten Platz. Constantin Rist (MTV Pfaffenhofen) überstand über 100 m bei der männlichen Jugend U20 in 11,06 Sekunden ebenfalls den Vorlauf, im Zwischenlauf reichten 11,18 Sekunden für ihm nicht mehr zum Weiterkommen. Über 200 m war trotz ansprechender 22,75 Sekunden bereits nach dem Vorlauf Schluss. Deutlich unter Wert musste sich U18-Sprinter Luis Windpassinger (MTV Ingolstadt) verkaufen. Der bayerische Vizemeister blieb über beide Sprintstrecken nach 11,25 bzw. 22,92 Sekunden im Vorlauf hängen.